Ökologischer Schwerpunkt  und Umwelterziehung  

 „Gott hat uns seine Welt geschenkt.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.“

Die Kindertagesstätte ist ein Ort des unbefangenen Spiels, der ersten
Entdeckungen und Erfahrungen des Kindes außerhalb ihrer Familie. An keinem
anderen Ort lernen Kinder durch das gemeinsame Spielen, Singen, Basteln und
das Hören von Geschichten die Natur und ihre Umwelt auf so direkte Weise
kennen.

Durch die Beschäftigung mit dem Phänomen des Wetters, den Tieren und
Pflanzen sowie Wasser und Boden, erhält das Kind grundlegende Kenntnisse über
die Natur und ihre Ökosysteme.
Für eine umweltgebildete Gesellschaft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung
und der christlichen Haltung der Schöpfung, nimmt die Kindertagesstätte eine
wichtige Schlüsselrolle ein. 

Damit der Prozess der Umweltbildung überhaupt einsetzen kann, muss es jedem
Kind ermöglicht werden, durch sein eigenes Handeln die Natur als Gottes
wunderbare Schöpfung zu erleben und über die Vorgänge der Natur zu staunen.

„Am Ende schützen wir nur,
was wir lieben,
wir lieben nur, was wir verstehen
und wir verstehen nur,
was wir erfühlen.
( Baba Dioum - Senegalesischer Poet )

Ökologische Arbeit


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Vielfältige Naturbegehungen, wie beispielsweise in Form von Walderlebnistagen
und Aktivitäten (z.B. Aktion sauberer Wald - Wir sammeln Müll) in unserem
naturnahen Außengelände (Matschanlage, Kartoffelfeuer usw.), bieten jedem
Kind die Möglichkeit nach eigenem Ermessen auf Entdeckungsreise zu gehen und
selbstständig mit allen Sinnen seine Umwelt und die Natur zu erleben. 

Im Nutz- und Ziergarten unseres Außengeländes erhält jedes Kind dieMöglichkeit im Laufe eines Jahres bei der Bestellung unseres Gemüsehochbeetes zu helfen. Es werden Radieschen-Samen ausgesät sowie Salat, Tomaten und Gurken gepflanzt. Für die Pflege des Gemüsehochbeetes(Gießen, Jäten usw.) sind die Kinder mitverantwortlich. Die Entwicklung des Pflanzenwachstums von der Aussaat bis hin zur vollausgereiften Frucht verfolgen die Kinder bewusst mit und helfen mit Stolz und Freude bei der Ernte und der Verarbeitung der geernteten Lebensmittel. 

  • Die Kompostierungvon organischen Abfällen und deren Rückführung in den
    ökologischen Kreislauf (Düngen der Beete) ist für die Kinder ein wichtiger Bestand
    der ökologischen Bildung. Die Kinder entdecken beim Umsetzen des Kompostes
    beispielsweise den Kompostwurm bei seiner Arbeit. 
  • Die Apfelernte im Herbst stellt einen bedeutenden Höhepunkt dar. Gemeinsam
    mit den Kindern werden die Apfelbäume im Außengelände der Einrichtung
    abgeerntet. Ein kleiner Teil der Äpfel wird während der geöffneten Zeit in der
    Kindertagesstätte mit Hilfe einer manuellen Saftpresse unter Einsatz von
    Muskelkraft zu Saft verarbeitet, der unmittelbar im Anschluss verkostet wird.
    Der Großteil der geernteten Äpfel wird im Rahmen einer Exkursion der Schulkinder in der nahegelegenen Mosterei zu Saft gepresst. Während des gesamten Kindergartenjahres kommen die Kinder einmal wöchentlich in den Genuss des Apfelsaftes, zu dessen Herstellung sie einen unmittelbaren Bezug bekommen.
  • Jährlich stattfindende Bauernhofbesuche vermitteln den Kindern Einblicke in die
    Vieh- und Landwirtschaft. Durch die Begegnungen mit den Tieren lernen die Kinder den Ablauf eines bäuerlichen Betriebes kennen. Des Weiteren erhalten sie Informationen über
    verschiedene Getreidesorten sowie deren Anbau und Ernte.
    Unter ökologischen Gesichtspunkten ist es wichtig, dass die Kinder Kenntnis
    darüber erhalten, woher ihre Nahrung stammt. 

Diese Erfahrungen sollen die Kinder dabei unterstützen ein Gefühl dafür zu
entwickeln, was gesund ist und was ihrem Körper gut tut. 

Einmal wöchentlich bieten wir den Kindern ein gesundes, zuckerfreies
Frühstück an. Die Kinder werden bei den Frühstücksvorbereitungen aktiv mit
einbezogen. Bestandteile des Frühstücks sind unter anderem das selbstgeerntete
Gemüse aus unserem Gemüsehochbeet sowie die selbst geernteten Äpfel. Das
benötigte Frühstücksbrot wird am Vortag in der Freispielphase im Kreativbereich
mit Kindern, die mithelfen möchten, gebacken. 

Mit Hilfe einer Getreideflockenquetsche bereiten die Kinder das Müsli als eine weitere Frühstücksvariante vor. Darüber hinaus stellen wir selbst Joghurt für unser
gesundes Frühstück her.

Zum ökologischen Konzept gehört die Müllvermeidung. Durch farblich
gekennzeichnete Müllbehälter in der Cafeteria und den Funktionsräumen sowie im
Krippenbereich, werden die Kinder mit der Mülltrennung vertraut. Sie erhalten
grundlegende Kenntnisse im Hinblick auf Müllvermeidung und Recyclingprozesse. Bei allen Handlungen sind wir darum bemüht, Vorbildfunktionen für die Kinder zu
übernehmen. Erst, wenn es gelingt, Kinder bei der Entdeckung ihrer Umwelt und
Natur so zu unterstützen, dass sie die Faszination und den Wert des Lebendigen
als Gottesgute Schöpfung und unersetzliches Naturerbe begreifen, gelingt
Umwelterziehung.  

 Sind die Voraussetzungen gegeben, entwickeln die Kinder ein ökologisches
Verantwortungsgefühl und sind bemüht ihre Umwelt als Geschenk Gottes auch in
Zusammenarbeit mit anderen zu schützen.